Geschichte

GESCHICHTE DER BERUFSVEREINIGUNG DER BILDENDEN KÜNSTLER ÖSTERREICHS


1912 fand die Konstituierende Sitzung des Wirtschaftsverbandes bildender Künstler Österreichs im Wiener Künstlerhaus statt.

1913 erfolgte die Eintragung als Firma ins Handelsregister. Der Wirtschaftsverband verfolgte vor allem wirtschaftliche Interessen seiner Mitglieder. Sitz des Wirtschaftsverbandes war die Sezession.
Versammlungen fanden im größeren Künstlerhaus statt. Eine eigene Galerie am Opernring 13 wurde unterhalten, der erste Präsident war der Maler Hans Ranzoni..

1919 Neuer Sitz und ständige Verkaufsstelle in der Maysedergasse 4. Anfangs wurden nur einzelne Mitglieder anderer Vereinigungen in den Wirtschaftsverband aufgenommen – ab Juni 1919 kam es zur geschlossenen Aufnahme des Künstlerhauses, der Secession und des Hagenbundes mit allen ihren Mitgliedern (die Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs und der Verein heimischer Künstler Klosterneuburgs waren bereits vorher Mitglieder geworden); weitere Vereinigungen in allen Bundesländern folgten.

1925 So wurde aus dem Wirtschaftsverband mit 351 Mitgliedern des Jahres 1914, eine “Dachorganisation” aller bildenden Künstler Österreichs mit 850 Mitgliedern.

1926 Abänderung in “Zentralverband bildender Künstler Österreichs zur Wahrung ihrer Standes- und Wirtschaftsinteressen, reg. Genossenschaft m. b. H.”.

1932 Auflassung des Geschäftslokals in der Maysedergasse 4, Sitz des Zentralverbandes wieder in der Secession.

1938 Eingliederung aller bildenden Künstler in die Reichskunstkammer, der Zentralverband bestand weiter und wurde am

1939 mit dem Titel: “Wirtschaftsgenossenschaft bildender Künstler, registrierte Genossenschaft m.b.H.” eingetragen, verlor aber unter dem Zwang der Reichskunstkammer völlig an Bedeutung.

Mai 1945 Gründung der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs im Wiener Künstlerhaus als Verein. Zum kommissarischen Leiter wurde Dr. Rudolf Buchner ernannt, zu seinen Stellvertretern Franz Lex (für Malerei), Josef Müllner (für Bildhauerei), Otto Prutscher (für Architektur) und Josef Hoffmann (für Kunstgewerbe). Erste Tätigkeiten waren das Ausstellen von deutsch-russischen Künstlerausweisen. Die Russen vergaben die ersten Aufträge, meist Offiziersporträts, und zahlten in Lebensmitteln. Bestätigungen zum Bezug zusätzlicher Lebensmittelkarten für notleidende Künstler wurden eingeführt. Materialbeschaffung: Farben, Pinsel und Leinen wurden aus dem westlichen Ausland beschafft. Spende des British Council und des Canadian Council.

Oktober 1945 Die Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs übersiedelte unter dem Präsidenten Karl Stemolak ins Gebäude des Franziskanerklosters in der Inneren Stadt.

1946 Sektion für Gartenarchitekten gegründet. Urlaubsheim für Künstler von Heinrich Freiherr Hammer-Purgstall im Schloss Hainfeld bei Feldbach mit 22 Räumen angemietet.

1946/47 mietete die Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs am Watschberg im Pinzgau eine Sennhütte mit acht Betten für den Wintersport, Kündigung des Urlaubsheims im Schloss Hainfeld aus finanziellen Gründen

1947 Erste große Österreichische Kunstausstellung wurde von 61.567 Besuchern gesehen. zahlreiche Wanderausstellungen in den Bundesländern folgten.

1947 Der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs wurde eine Anzahl von Räumlichkeiten im Schloss Schönbrunn zugeteilt.

1948 Abschluss des Mietvertrages zwischen der Schlosshauptmannschaft und der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs.

1949 Die Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs wurde in Landesverbände gegliedert: Wien mit Niederösterreich und Burgenland, Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Diese wurden in dem neu gegründeten Zentralverband (heute Bundesverband) vereint. Der Gesamt-Mitgliederstand mit allen Landesverbänden wies etwa 6000 bildende Künstler aller Fächer auf. Viele bekannte Künstler sind in dieser Zeit der BV beigetreten, u.a.: Gustinus Ambrosi, Ernst Fuchs, Kurt Moldovan, Arik Brauer, Wolfgang Hutter.

1950 Die Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs mietete einige Säle des Liechtensteinpalais für einige Ausstellungen – Erste Ausstellung “Kunst für jedermann” wurde zum Erfolg.

um 1970 Die Kronprinzen-Appartements des Schlosses Schönbrunn wurden fallweise für Mitgliederpräsentationen genützt.
Es gab noch Ausstellungen in den Räumen der Österreichischen Staatsdruckerei in der Wollzeile, in den Sälen des Österreichischen Staatsarchivs, im Bezirksmuseum Innere Stadt im Alten Rathaus in der Wipplingerstraße usw.

1996 eröffnete der Landesverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland, in Wien VIII, Florianigasse 47-49, Ausstellungsräume. Nach einem Jahr mit guten Ausstellungen musste der Betrieb aus finanziellen Gründen wieder eingestellt werden.

Für Gruppen-Ausstellungen der Mitglieder werden von da vorwiegend externe Räumlichkeiten angemietet und ein großer Raum der gemieteten Räumlichkeiten im Schloss Schönbrunn als Ausstellungsraum „Kunstsalon Schönbrunn“ hergerichtet.

Als Standesvertretung der Künstler setzt sich die Berufsvereinigung für die

  • kulturpolitischen
  • sozialen
  • wirtschaftlichen und
  • rechtlichen sowie steuerrechtlichen Belange

ihrer Mitglieder ein und ist bestrebt an der Gestaltung der Rahmenbedingungen mitzuwirken, damit die Interessen der Kunstschaffenden gebührende Berücksichtigung finden. Natürlich ist es wichtig, über Ausstellungen Kunst zu präsentieren, aber mindestens ebenso wichtig ist es die Bedingungen dafür zu schaffen, dass Kunst überhaupt entstehen kann.